2012/2011 | 2010| 2009| 2008| 2007 | 2006 | 2005
On Lines Vernissage: Freitag, 11. Mai 2012, 19.30 Uhr
12. Mai bis 3. Juni 2012
Jeongmoon Choi, Werner Keller, Arne Schreiber, Carsten Struck, Benedikt Terwiel
Mit On Lines widmet sich der Kunstverein Neukölln einem elementaren
künstlerischen Gestaltungsmittel. Die Ausstellung vereint Werke, denen eine
ganz spezielle, und zwar die klare, sachliche und abstrakte Linie gemeinsam
ist. Mit reduziertem individuellem Gestus liegen ihrer Anwendung
unterschiedliche inhaltliche und methodische Ansätze zugrunde. Dabei taucht die
Linie gattungsübergreifend auf: von Tusche- und Graphitzeichnungen über Malerei
und Skulptur bis zur Rauminstallation. Die so gebotene mediale Spannweite
spiegelt zugleich das gewandelte Verständnis von Zeichnung in der
Gegenwartskunst wider.
Jeongmoon Choi setzt die Linie raumkonstituierend ein. Mit farbigen, räumlich verspannten Wollfäden und unter dem Einsatz von Schwarzlicht entsteht eine fluoreszierende, atmosphärisch dichte Zeichnung im Raum. Interaktiv konzipiert, fordert die Arbeit den Betrachter zum Durchschreiten auf, der auf diese Weise die dreidimensionalen Linien gleichermaßen sinnlich und körperlich erfährt.
www.jeongmoon.de
Werner Keller zeigt eine rundumansichtige, filigrane Drahtskulptur mit entwurfsartiger Zeichenhaftigkeit. Zahlreiche gleichgroße, offene Kuben umschreiben in einer spiralförmigen Aufwärtsbewegung den Raum. Durch die subtile Rhythmik ihrer Abfolge entsteht ein optisches Flirren, die fragil wirkende tektonische Linienkonstruktion scheint in Vibration zu geraten. Erst im Umschreiten erfasst der Betrachter den komplexen skulpturalen Aufbau aus der Vielzahl der möglichen Ansichten.
www.werner-keller.de
In Arne Schreibers serieller Arbeit entstehen senkrechte weiße Linien in einem weitestgehend mit technischen Hilfsmitteln ausgeführten Malprozess; sie sind Residuen eines gewissermaßen negativen Farbauftrags. Ein schwarz grundiertes Blatt wird komplett mit weißer Acrylfarbe beschichtet, die in einem zweiten Arbeitsschritt mit einem mit der Hand an einem Lineal geführten Zahnspachtel wieder partiell heruntergenommen wird. Die so zustande gekommenen weißen Linien zeigen erst bei genauerer Betrachtung die Spuren einer Geste des Manuellen und mit ihr eine physische Relation zum Technischen.
www.arneschreiber.de
Carsten Struck bewegt sich mit einer großformatigen Tuschezeichnung im Grenzbereich zur Malerei. Sie entstand diskontinuierlich im Laufe eines halben Jahres. Je nach Dauer und Intensität ergab sich eine meditationsartige Arbeitsweise, die aufgrund des methodischen Verfahrens jederzeit unterbrochen werden konnte. Nach einer strengen Systematik alternieren eng geführte Vertikallinien in kräftigen Farben, so dass der Eindruck einer fast nahtlosen, rhythmischen Reihung gleichartiger Zeilen entsteht. Aus entsprechender Distanz betrachtet, fügt sich die repetitive Anordnung zu einer dichten, homogenen Linientextur in leicht changierendem Grau.
www.carstenstruck.de
Benedikt Terwiel greift in einer siebenteiligen Serie das Schnittmuster einer gewöhnlichen Faltpackung auf, zunächst als Einzelansicht der vier Seiten, dann schrittweise ineinander geklappt. Die gewählte Vorlage - als flächig ausgestanzte Form - besitzt eine formale Spannung zu ihrer räumlich gefalteten Version. Diese Spannung versuchen die Zeichnungen zu verstärken, indem die Laufrichtung der gezeichneten Linien, die wie ein Drucker die Flächen Zeile für Zeile aufbauen, an jeder Kante dem Winkel folgt, in welchem gefaltet würde. Dadurch entsteht ein linearer Aufbau mit hohem Abstraktionsgrad.
Vernissage: Freitag, 11. Mai 2012, 19.30 Uhr
Vernissage und Start der Kunst-Lotterie!
Finissage: Sonntag, 3. Juni 2012, 19.30 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie
ESSENziell
31. März bis 29. April 2012
Peter Grosshauser, Kira Kohnen, Julia Neuenhausen, Claudia Simon, Uli Westphal
Das Essbare und seine sinnliche Erfahrbarkeit wie auch metaphorische
Bedeutung stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung im kunstraum t27. Die
KünstlerInnen und KuratorInnen sind über den Kunstbereich hinaus in anderen
Tätigkeitsfeldern zu Hause. Sie nähern sich dem Thema Nahrung und dem Umgang
mit dieser auf verschiedenen inhaltlichen Ebenen und in medialer Vielfalt. Das
Prozesshafte und der Zerfall sind auf unterschiedliche Weise den Arbeiten
eigen. Deren Wirkung beruht oft auf optischen Täuschungen, die der Betrachter
erst nach längerer Betrachtung erkennt, in Bezug auf Essen in unserer
Gesellschaft aber allgegenwärtig sind
Uli Westphal beschäftigt sich mit dem Einfluss industrieller Lebensmittelproduktion auf unsere Wahrnehmung von Nahrung. In seiner fotodokumentarischen Arbeit Lycopersicum macht er exemplarisch die einst vorhandene und in Vergessenheit geratene Sorten- und Formenvielfalt wieder sinnlich zugänglich.
http://uliwestphal.de
Claudia Simon thematisiert in ihrer Installation „arm und sexy“ die Notwendigkeit von Tischkultur in prekären Lebensverhältnissen. Stil und Ästhetik – so ihre These – tragen, auch mit einfachen Mitteln umgesetzt, zu mehr Würde und Selbstwertgefühl bei, wodurch dem gesellschaftlichen und institutionellen Druck besser begegnet werden kann.
www.arm-und-sexy.de
Peter Grosshauser zeigt unter einer Käseglocke einen mit Scheiblettenkäse und Modellfiguren ge-stalteten, beziehungsreichen Landschaftsraum en miniature, der durch organische Prozesse eine ständige Veränderung erfährt und zu wachsen scheint.
www.peter-grosshauser.com
Die Serie „Paper Frites“ von Kira Kohnen entsteht in Zusammenarbeit und durch die gegenseitige Inspiration mit Musikern nach einem gemeinsamen Essen. Der Akt des Kochens motiviert die entstehenden Soundcollagen, das Essen scheint in der nahezu textlosen Illustration der Rezepte auf.
http://kirakohnen.de
Julia Neuenhausen beschäftigt sich mit Transformationsprozessen. In ihrer Installation verwendet sie neben verschiedenen Materialien eine Kombuchapilz-Kultur. Diese bildet immer neue, wundersame und visuelle faszinierende Formen, durch die auf poetische und ästhetische Weise das Bild der „Ursuppe“ evoziert wird.
www.julia-neuenhausen.de
Vernissage: Freitag, 30. März 2012, 19.30 Uhr
Vernissage und Start der Kunst-Lotterie!
Projektionen: Donnerstag, 19. April 2011, 19.30 Uhr
“Projektionen“ zum Thema "ESSENziell", kuratiert von Deborah Phillips
http://deborahsp.wordpress.com/
Finissage: Sonntag, 29. April 2012, 19.30 Uhr
Finissage mit Häppchen-Happening und Auslosung der Kunstlotterie
Lucide
25. Februar bis 25. März 2012
Alice Baillaud, Juanu Fiddler, Nicole Wendel
Drei zeichnerische Positionen mit Bezügen auf traumartige Prozesse treffen
im kunstraum t27 aufeinander. Dabei weist der Ausstellungstitel Lucide bereits
darauf hin, dass es sich nicht um die unbewussten Schlafphasen, sondern um den
luziden Traum (Klartraum) handelt. Bei dieser Variante ist dem Träumer bewusst,
dass er träumt, und Inhalte können bewusst und willentlich gesteuert werden.
Die drei beteiligten Künstlerinnen haben jeweils unterschiedliche Verfahren für
sich entwickelt, das Assoziative eines Traums mit dem steuernden Einfluss der
Kunst zu verschmelzen.
Alice Baillaud zeigt mit ihren Traumboxen (Dream Boxes) leuchtende Mikrokosmen. Der Betrachter kann mit seinem Gesicht physisch und emotional in die irrational-rationalen Räume eintreten und sich auf eine Entdeckungsreise begeben. Mit Hilfe von raffinierten Spiegelungen und in die Tiefe gestaffelten, teils transparenten Bildebenen erschließt sich ein komplexer Bezugsraum, der Geschichten erzählt, Erinnerungen weckt und intensive Stimmungen erzeugt.
http://alicebaillaud.com
Juanu Fiddler präsentiert eine Reihe von Siebdrucken, die sich auf Zeichnungen und Notate beziehen, welche nach intensiven Traumphasen entstanden. Dabei hat die Künstlerin eine Technik entwickelt, assoziativ mit Erinnerungen und mentalen Bildern umzugehen und diese in ihre dichten Kompositionen einzubinden. Die Deutung und Verdichtung der gezeichneten Elemente obliegt dem Betrachter.
www.cerfvolant.de
Nicole Wendel nutzt für den offenen Entstehungsprozess ihrer großformatigen Zeichnungen eine intuitiv forschende Methode. Ohne Bildidee beginnend, werden durch eine Art improvisierenden Tanz Graphitspuren mit Händen und Füßen auf dem Papier markiert. Diese Spuren werden in einem zweiten, zeichnerischen Prozess zu räumlichen Strukturen verdichtet und mit Personen und architektonischen Details bevölkert, die aus Medienbildern stammen. Durch die Kombination von intuitiven und kognitiven Ansätzen entsteht ein narrativer Assoziationsraum, der an Traumbilder erinnert.
www.nicolewendel.de/
Vernissage: Freitag, 24. Februar, 19.00 Uhr
Vernissage und Start der Kunst-Lotterie!
Projektionen: 1. März 2012, 19.30 Uhr
“Projektionen“ zum Thema Lucide, kuratiert von Deborah Phillips
http://deborahsp.wordpress.com/
Finissage: Sonntag, 25. März 2012, 19.30 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie
New Horizons – Landscape and the Contemporary Romantic
21. Januar bis 19. Februar 2012
Bjarte Alvestad, Cornelia Brintzinger, Sarah Jane Gorlitz & Wojciech Olejnik, Jens Hanke, Jane Hughes, Randi Nygård, Munan Øvrelid, Rebecca Partridge, Katie Paterson, Stephan Takkides,
10 Positionen internationaler Künstlerinnen und Künstler, die sich dem Geist der Romantik eng verbunden fühlen, werden im kunstraum t27 ausgestellt. Das Sujet der Landschaft ist der gemeinsame Ausgangspunkt der jeweiligen Annäherung, die vom Zitat im Sinne einer Hommage bis zu konzeptionellen Bezügen reicht. Dabei spielt die romantische Konzeption des Erhabenen und Vorstellungen von Unendlichkeit ebenso eine Rolle wie die Idee einer Landschaft als Träger menschlicher Gefühle.
Eine Besonderheit der Zusammenstellung ist, dass jede künstlerische Position ein anderes Medium (Zeichnung, Druckgrafik, Video, Malerei etc.) nutzt.
Mit freundlicher Unterstützung durch:
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
Freitag, 20. Januar 2012, 19.30 Uhr
Vernissage und Start der Kunst-Lotterie!
Donnerstag, 9. Februar 2012, 19.30 Uhr
Stephan Takkides präsentiert das Doggerland-Projekt
http://doggerland.net
Sonntag, 19. Februar 2012, 19.30 Uhr
Finissage mit Auslosung der Kunstlotterie
mail³ art
10. Dezember 2011 bis 15. Januar 2012
Kunstverein Neukölln e.V. zeigt Mail-Art-Objekte im kunstraum t27, Berlin-Neukölln
Im kunstraum t27 präsentieren wir die Zusendungen von KünstlerInnen des Kunstverein Neukölln e.V. zur Mail-Art-Ausstellung mit dem Thema „Paket“. Die große Schau zeigt vielschichtige künstlerische Interpretationsweisen des „Pakets“ als Kunstobjekt. Neben den 250 KünstlerInnen der Galerie sind Renate Wiedemann und Susanne Ruoff als Gastkünstler eingeladen.
Das Paket, ein quaderförmiger (Hohl-) Körper, der zugleich Inhalt und Verpackung ist, wird zum Kunstobjekt. Das breite Bedeutungs- und Verwendungsspektrum des Pakets reicht von der praktischen Verpackungs- und Schutzfunktion (für einen, dem Empfänger bekannten, oder unbekannten Inhalt), bis hin zur metaphorischen Übertragung. Zur Paketgröße wurden konkrete Grundmasse vorgegeben, welche eine weitere künstlerische Herausforderung darstellen.
Besonderer Dank geht an folgende Künstler, welche unserer Einladung gefolgt sind und uns viele Wochen mit den Zusendungen ihrer tollen Mail-Art-Exemplare beglückt haben:
Jens Hanke, Michel Carmantrand, Laurence Grave,
Yeon Lee & Petra Lottje, Undine Weyers, Thilo Droste, Christoph Beer,
Martin Steffens, Carlo Nordloh, Wolfgang Hille, Viola Wandery, beate maria
wörz, Annette Kaufhold, Ieva Jansone, Renate Hampke, Annette Fiedeler, Kat
Citroen, Henning Kappenberg, Matthias Stuchtey, Susanne Ruoff, Magda Kaufmann,
Iris Hillmeister-Becker, Friederike Hammann, Deborah S. Phillips, Gwendolyn
Kerber, Lars Maurmaier, René Moritz, Renate Wiedemann, Uwe Bressnik, Simone
Schmidt, McLovla, Korvin Reich, Caroline Armand, Anke Göhring, Werner Keller,
Michaele Brüll,
Freitag, 9. Dezember 2011, 19.30 Uhr
Vernissage und Start der Kunst-Lotterie!
Donnerstag, 22. Dezember 2011, 19.30 Uhr
„Projektionen“, kuratiert von Deborah S. Phillips
http://deborahsp.wordpress.com/
Sonntag, 15. Januar 2012, 19.30 Uhr
Finissage mit Auslosung der Kunstlotterie
The Supreme Architect & The Raft of the Medusa
29. Oktober bis 4. Dezember 2011
Anna Borgman · Morten Stræde
Der kunstraum t27, Ausstellungsraum des Kunstverein Neukölln e.V., zeigt die
Ausstellung The Supreme Architect & The Raft of the Medusa der dänischen
KünstlerInnen Anna Borgman und Morten Stræde. Zwei raumgreifende Installationen
zum Thema Rationalismus, die speziell für den kunstraum t27 konzipiert wurden,
behandeln das komplizierte Verhältnis zwischen vernunftgemäßem Begreifen und
einem damit verknüpften Handeln. Inhaltlich motiviert wurde das
Ausstellungskonzept durch Denkansätze der „Superrationalisten“
Maximilian Robespierre und Robert McNamara. Menschen sind im Stande, eine
beeindruckende Rationalität zu entfalten. Jedoch bezogen auf das menschliche
Verhalten, besonders in zwischenmenschlichen Beziehungen, sind rationale
Theorien kaum befriedigend und human umzusetzen.
Morten Strædes Rauminstallation „The Raft of
the Medusa“ kreist um Dinge und Begriffe, die zwar rational erscheinen,
auf dem Wege der Rationalität jedoch keineswegs greifbar sind. Sein
raumbeherrschendes Werk besteht aus verschiedenen körpergroßen Objekten
unterschiedlicher Materialien, die allesamt schwarz patiniert sind, und aus
Laufschriftbändern. Die Einzelteile scheinen dabei auseinander zu driften wie
die Trümmer des namensgebenden Kriegsschiffs. Hatte der Untergang der Medusa
1816, Gegenstand des berühmten Gemäldes von Théodore Géricault, die damalige
Öffentlichkeit traumatisiert, so steht das Schiffsunglück für Morten Stræde als
Metapher für das Scheitern der Rationalität im 20. Jahrhundert.
„Rationality will not save us“, ein resignierter Ausspruch Robert
McNamaras, auf den sich der Künstler bezieht, drückt die Unzulänglichkeit eines
allein auf Ratio gegründeten Weltmodells aus.
Stark auf den Boden bezogen, muss seine Installation durchschritten werden und
wird so weniger über die Ratio erschlossen, als vielmehr körperlich erfahrbar.
Anna Borgman hat sich für ihre Arbeit „The Supreme Architect“ von der deistischen Weltanschauung inspirieren lassen. Der titelgebende Begriff stammt aus der Aufklärung und bezeichnet eine christliche Glaubensausprägung, die im 17. Jahrhundert in England entstand. In der Nachfolge bezeichnete auch Gottfried Wilhelm Leibniz Gott als Uhrmacher. Der Deismus vertritt entsprechend die Vorstellung, dass Gott die Welt in der Art eines perfekten Uhrwerks geschaffen habe, um sich danach vollständig zurückzuziehen. Die Geschichte der Menschheit liefe entsprechend nach einem göttlichen Plan ab, in den dieser nicht mehr eingreife. Für ihre Installation verwendet Anna Borgman sechs monumentale, von der Decke herunterhängende Zylinder, die sich in unterschiedlichen Intervallen langsam um die eigenen Achsen drehen. Mit Plüsch verkleidet, verweigern die Walzen allerdings jedwede Vorstellung von Präzision und Kalkulierbarkeit und führen die Erwartung eines funktionierenden göttlichen Weltplans ad absurdum.
www.borgman.dk
Video der Installation: http://vimeo.com/31845000
Vernissage: Freitag, 28. Oktober 2011, 19.30 Uhr
mit musikalischer Darbietung der Stücke „Lieder der Luft“ von
Antoine Beuger und „Wo“ von Samuel Ruge.
Musiker: Mira Bierend (Violine), Lou Frankenstein (Gitarre), Konrad Furian
(Glockenspiel), Clara Sawatzki (Flöte). Musikalische Leitung: Samuel Ruge
NACHTUNDNEBEL: Samstag, 5. November 2011, 18 bis 24 Uhr
NACHTUNDNEBEL– mit dem Chauffeur durch die Neuköllner Kunstszene
Haltestelle S30 auf der Südroute des Taxishuttles
www.nachtundnebel.info
Finissage: Sonntag, 4. Dezember 2011, 19.30 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie
Koordinaten des Körpers
24. September bis 23. Oktober 2011
Monika Gabriela Dorniak | Ieva Jansone | Marc Klee | Christian Mayrock | Wakilur Rahman
Der kunstraum t27, Ausstellungsraum des Kunstverein Neukölln e.V.,
präsentiert ein interdisziplinäres Ausstellungsprojekt zum Thema Körperbild /
Körperwahrnehmung. Eine Ausstellung mit fünf Positionen zeitgenössischer Kunst
wird mit einem ausgedehnten Begleitprogramm kombiniert, das den
wissenschaftlichen Blick auf den menschlichen (nackten) Körper untersucht. Die
Künstlerinnen und Künstler bedienen sich vorwiegend der fotografischen
Reproduktion des Körpers. Allen Arbeiten ist der objektivierende Blick auf das
Nackte gemein. Doch dieser ist sezierend, belegt gesellschaftliche
Bedingtheiten von Nacktheit und lotet das Spannungsfeld zwischen einer idealen
Schönheit und dem Abweichen von der Norm aus.
Die lettische, in Berlin lebende, Künstlerin Ieva Jansone beteiligt sich mit Polaroid-Aufnahmen. In einem von ihr erstandenen Konvolut unbelichteter Filme war ein eingedrucktes Koordinatensystem vorgegeben. Mit diesem Material fotografierte sie Details nackter Menschen, die wie wissenschaftlich katalogisiert wirken. Die Zusammenstellung zu einem vielteiligen, selbst gerastert wirkenden Tableau erinnert an einen Atlas menschlicher Körperformen und erscheint zugleich als abstrakte Form.
www.jansone-photo.de
Marc Klee zeigt Porträts unbekleideter Menschen, die in einem dunklen Raum abgelichtet wurden. Bei der Aufnahme dienten Laser, die als senkrechtes und waagerechtes Liniennetz über den Körper gelegt wurden, als einzige Beleuchtung. Die sehr abstrakt wirkenden Aufnahmen lassen die Volumina der Körper durch die Verzerrung der an sich exakt verlaufenden Lichtstreifen aufscheinen.
www.positionen.org
Christian Mayrock präsentiert die Arbeit: Der Körper des Anatomen. Im Zentrum einer sich im Ausstellungskontext wiederholt verändernden Installation stehen Bilder eines Liegenden. Mit einer Großbildkamera, unter exakt-dokumentarischen Bedingungen aufgenommen, erscheint der Liegende wie leblos, ist dem objektiven Blick schutzlos ausgesetzt. Von allen Seiten aufgenommen, sind die Abbilder so auf Holzplatten verteilt, dass die sechs Seitenwände zu einer Kiste zusammengefügt gedacht werden können.
www.salzburg-recital.de
Monika Gabriela Dorniak präsentiert eine Sammlung von Abbildungen, die sie in sozialen Netzwerken zusammengetragen hat. Dabei stellt sie die Frage nach der Funktion von Fotografien, die Wunden, Verletzungen oder allgemein den eigenen Körper (anorektische bis bizarre Ausprägungen) veröffentlicht. In einer begleitenden Text-Bild-Dokumentation werden die Zusammenhänge einer derartig autobiographisch motivierten Körperschau zusammengetragen und kommentiert.
http://monikagabrieladorniak.yolasite.com
Der in Bangladesh geborene Wakilur Rahman thematisiert das Körperideal im Rückgriff auf Proportionslehren der Renaissance. Durch das Vermessen tausender Menschen haben sowohl Abrecht Dürer als auch Leonardo da Vinci ein Körperideal entwickelt. In einer Studie, die reale Menschen in die projizierte Leonardo-Zeichnung „Der vitruvianische Mensch“ einbinden, wird ersichtlich, dass dieses Ideal kaum je von einem Einzelnen erreicht werden kann. Hinterfragt wird zugleich der gesellschaftliche Druck, unter dem viele stehen, einer Schönheitsnorm zu entsprechen.
www.wakil-art.de
Das Begleitprogramm aus wissenschaftlichen Vorträgen unterschiedlicher Fachdisziplinen (Archäologie, Anatomie, Kunstgeschichte) ergänzt die künstlerischen Positionen, die in einem zusätzlichen Künstlergespräch zur Diskussion gestellt werden. Auch die Bereiche Performance und Experimental-Film, die sich intensiv mit dem Körper auseinandersetzen, werden mit mehreren Positionen vertreten sein.
Vernissage: Freitag, 23. September 2011, 19.30 Uhr
Start der KUNSTLOTTERIE "Koordinaten des Körpers"
Lesung: Sonntag, 2. Oktober 2011, 19.30 Uhr
Gunnar Hermann liest: "Die schwierige Aufgabe" (1844) von Johann Hermann Detmold
Projektionen: Donnerstag, 06. Oktober 2011, 19.30 Uhr
Projektionen zum Thema: Koordinaten des Körpers
kuratiert von Deborah S. Phillips
Tanzperformance mit Live-Musik: Donnerstag, 13. Oktober 2011, 19.30 Uhr
Tanzperformance in Interaktion mit Live-Musik
von Monika Gabriela Dorniak & Lysandre Coutu-Sauvé
Geige, Synthesizer: Jesse Dyer Elektronische Musik und
Geräuschkunst: N.N.
Vortrag: Sonntag, 16. Oktober 2011, 19.30 Uhr
"Anatomie ist die Anwendung des kartesischen Koordinatensystems auf den
menschlichen Körper"
Vortrag von Dr. med. Andreas Winkelmann (Anatom, Charité
Berlin)
Vortrag: Donnerstag, 20.Oktober 2011, 19.30 Uhr
Vortrag von Claudia Czok, (SMPK, Kupferstichkabinett) „Schadow und Menzel vermessen den menschlichen Körper“
Finissage: Sonntag, 23. Oktober 2011, 19.30 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie
Die Ausstellung wird unterstützt vom Kulturamt Neukölln.
luxplus
20. August 2011 bis 18. September 2011
Axel Anklam • Jay Shinn
„Mehr Licht“, das waren nicht nur die letzten überlieferten
Worte des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe. "Mehr Licht" verspricht
auch der Titel der Ausstellung Luxplus. Sind Goethes Worte häufig auf deren
metaphysischen Sinn befragt worden, erschließt sich dieser bei den Kunstwerken
rasch: Beide Künstler nutzen Licht als elementaren Faktor ihres schöpferischen
Prozesses, als zusätzliche Möglichkeit zur Steigerung des Ausdrucks.
Materialien und Zugänge sind dabei unterschiedlich geartet.
Axel Anklam visualisiert in seinen Skulpturen die
Energie von Verformungen. Aus der Fläche heraus entwickelt er durch
Einschnitte, Ausstülpungen und Deformationen, die wie durch große Hitze oder
physische Gewalt erzeugt scheinen, dreidimensionale Strukturen. Bleibt die
Grundform, ein Rechteck oder eine Ringform, rekonstruierbar, sind die neu
entstehenden Strukturen von einer Dynamik geprägt, die zusätzlich den
Zeitfaktor der Entstehung mit in den Prozess des Betrachtens einbinden.
Die verwendeten Materialien (Stahl, Latex bzw. Epoxyharze) versinnbildlichen
unterschiedliche Grade von Dauerhaftigkeit und Elastizität. Ein wichtiges
Element der Gestaltung ist zudem die Transluzenz. Die Wirkung der Arbeit ist
abhängig vom Licht, das auf die spiegelnden Oberflächen trifft und entsprechend
– teils farbige – Schatten zeichnet. Auch die Erstreckung in die
dritte Dimension ist bedeutsam; das sich scheinbar immer weiter Verformen
verweist auf eine kaum zu bändigende Gewalt der Materie.
/www.axelanklam.de
Jay Shinn kostet das Spiel mit der dritten Dimension weidlich aus. Zum Erstaunen der Betrachter lässt er mit Hilfe von scharf umrissenen Lichtprojektionen und farbigen Flächen körperhafte Strukturen erstehen, die im Sinne eines Tromp l'oiel imaginäre Räume eröffnen. Schwebende, mathematisch konstruierte und in sich achsen- oder spiegelsymmetrische – aber dabei doch nur in der Fläche ausgeführte – Wandgestaltungen werden dank einer zusätzlichen Beleuchtung zu verblüffend plastischen Erscheinungen. Bleibt dem Betrachter die Lichtquelle erst verborgen, so scheinen die Arbeiten wie aus sich selbst heraus zu leuchten. Wie ein Hologramm schweben sie im Raum, um ebenso wie dieses eine verblüffende Plastizität zu erzeugen.
www.jayshinn.com/
Vernissage: Freitag, 19. August 2011, 19.30 Uhr
Start der KUNSTLOTTERIE "luxplus"
Soundperformance: Freitag, 9. September, 20 Uhr
Theremin-Soundinstallation von Alex Pierotti
Finissage: Sonntag, 18. September 2011, 19.30 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie
21:00 Uhr: Tanzperformance von Simona Di Lucchio und Eva Marino
vielseitig
9. Juli bis 14. August 2011
beate maria wörz - Christoph Mauler - Henning Kappenberg
Max Marek - Tina Flau - Undine Weyers
Künstlerbücher als eigenständiges künstlerisches Ausdrucksmittel stellen ein
recht junges, aber enorm vielseitiges Genre in der bildenden Kunst dar. Ob als
Unikat oder in kleiner Auflage entstehen sie aus verschiedensten Materialien
und bildnerischen Mitteln. Der traditionellen Form und Funktion des Buches
werden dabei neue Strukturzusammenhänge und Lesarten entgegengesetzt. So zeugen
einige Arbeiten der Ausstellung vom prozessualen Spiel mit den räumlichen oder
zeitlichen Möglichkeiten, andere von den Grenzerkundungen des Mediums Buch. Um
die Vielschichtigkeit der vornehmlich in Vitrinen ausgestellten Exponate
erfahrbar zu machen, können diese an den „Blätterabenden“ in die
Hand genommen werden.
Tina Flau lässt aus ihren Künstlerbüchern poetische Räume entstehen. Auf die verschiedensten Themen reagiert sie dabei mit jeweils adäquaten gestalterischen Mitteln. So ist das "Wasserbuch" aus farbigem Kunststoff geschnitten oder die "Nacht der Kohle" auf tiefschwarz glänzendem Papier gezeichnet.
www.tina-flau.de
Henning Kappenberg greift mit „The first born is dead“ die Form des Tagebuches auf. Die chronologische Sammlung von Bildern, Daten und Fakten verarbeitet die Kluft von persönlichem Erleben und öffentlicher Berichterstattung während des ersten Golfkrieges. In „Mogadischu“ findet die Entführung der Lufthansamaschine „Landshut“ im Jahr 1977 künstlerische Übersetzung durch eine Sequenz von abfotografierten Dokumentarfilmbildern.
Max Mareks Künstlerbücher in der Technik des Papierschnitts geben Einblicke in das Innere des menschlichen Körpers. Jedes Blatt ist ein Mikrokosmos für sich und der Betrachter dringt beim Wenden der Blätter immer tiefer in diese Welten ein. Mit Cutter und Skalpell wird auf diese Weise in vielen einzelnen Momentaufnahmen ein Spiegel des Menschen in unserer Zeit freigelegt.
www.maxmarek.de/
Christoph Mauler beschäftigt sich malerisch mit Warenpackungen und deren Reproduktion in den Printmedien. Dabei konfrontiert er die in der Buchform gegebene Linearität mit der Simultanität der Geste. Was sukzessiv und was simultan ist, ist hier nicht entgegengesetzt. Es bildet sich vielmehr eine in sich verwobene Struktur, die sich mit der Geste des dargestellten Sujets und der Geste des Darstellens ereignet.
http://artistbooks.de/blog/christoph-mauler-buch-arbeiten-1988-1992/
Undine Weyers macht Bücher in Form von gehäkelten Objekten neu begreifbar – als das, was sie sind und das, was sie auch sein könnten. Die neuen Konturen des ungewohnten Materials heben die Gestalt des Gegenstandes hervor und stellen doch seine eigentliche Bedeutung in Frage.
beate maria wörz beschäftigt sich mit Ursprung und Bedeutung von Buch, Schrift und Zensur im persönlichen und gesellschaftlichen Leben. In einer neunteiligen Arbeit hat sie Texte aus dem später gelöschten Blog von Ai Weiwei aus den Jahren 2006 -2009 bis zur Unleserlichkeit geschrieben. Die Texte aus dem verbotenen Blog Ai Weiweis erscheinen Ende Juli zum ersten Mal auf Deutsch im Galiani Verlag Berlin.
Vernissage: Freitag, 8. Juli 2011, 19.30 Uhr
Start der KUNSTLOTTERIE "vielseitig"
Künstlerbücher: Mittwoch, 20. Juli 2011, 19.30 Uhr
Hubert Kretschmer präsentiert sein Portal artistbooks.de und einige Künstlerbücher
Blätterabend: Mittwoch, 3. August 2011, 19.30 Uhr
Blätterabend (Kunstwerke zum Anfassen)
Finissage: Sonntag, 14. August 2011, 19.30 Uhr
Finissage mit Blätterabend, Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie
schöner wohnen
28. Mai bis 3. Juli 2011
48 Stunden Neukölln
13 . Kunst- und Kulturfestival "LUXUS NEUKÖLLN"
Ilka Meyer | Matthias Stuchtey
„Der große Traum vom kleinen Haus“ – standardisierte
Architektur auf engem Raum und Wohnausstattung als Komplettsystem macht dies
möglich. Private Oasen des Wohlgefühls und der Selbstverwirklichung
koeexistieren dabei dicht gedrängt und das scheinbar gehobene Wohnen für
möglichst wenig Geld basiert auf gewinnmaximierender Massenware, die immer
kurzlebiger wird. Produktion und Abfallentstehung rücken zusammen und der
Wunsch nach „Wohlstand für alle“ mutiert zur kollektiven
Ressourcenverschwendung. „Less is more“ propagieren dagegen die
beiden Künstler Ilka Meyer und Matthias Stuchtey, welche sich mit formal
reduzierten und raumgreifenden Installationen in dieses Spannungsfeld begeben.
Ilka Meyer arbeitet mit preiswerten Billy-Regalen von IKEA, welche den weltweiten Rekord in der schnellsten Produktion, den schnellsten Aufbau, den höchsten Verkaufszahlen und der größten internationalen Verbreitung halten. Diese Superlativen persifliert Ilka Meyer mit der Installation einer überdimensioniert langen Billy-Regalwand, welche sich von Wand zu Wand des Ausstellungsraumes erstreckt und diesen somit verbaut. Ist sie angesichts des günstigen Preises dem Kaufrausch verfallen oder hat sie das Angebot von Komplett-Lösungen für Wohnräume falsch verstanden? Die ungefüllten Regale mit eher gestalterisch als praktisch angeordneten Zwischenböden lassen auf ein transformatorisches Kunstobjekt schließen, das neue Blicke öffnet. Unbezwingbar erweist sich dabei die Wiedererkennung der Marke IKEA.
www.ilkameyer.de
Matthias Stuchtey recycelt Materialen aus Sperrmüllprovenienz für den Neubau von Behausungen. Seine Serie „Schmarotzer“ zeigt „Einraumhäuser“, die sich wucherungsartig um Metallverstrebungen gruppieren. Diese in luftiger Höhe angesiedelten architektonischen Gebilde erinnern an Vogelhäuschen, zeigen aber auch Analogien zum sozialen Wohnungsbau der 60er und 70er Jahre auf. Dicht gedrängt, überlagert und verschränkt evozieren die gleichförmigen Wohnzellen das beengte Leben in bevölkerungsreichen Städten mit dem damit einhergehenden Bedürfnis nach Privatsphäre. Die kleinen Öffnungen, welche einen Innenraum körperlich erfahrbar machen, ohne aber einen Zutritt zu gewähren, verweisen daher auf Schutzräume wie Facetten des individuellen Bewusstseins und geben der Notwendigkeit der „dritten Haut“ eine aktuelle Bedeutungsebene.
/matthias-stuchtey.de
Vernissage: Freitag, 27. Mai 2011, 19.30 Uhr
Start der KUNSTLOTTERIE "schöner wohnen"
48 Stunden Neukölln – Soundcollage: 17. - 19. Juni 2011
"hallo", Soundcollage von Hilla Stute
Freitag, 17. Juni, 2011, 19 bis 22 Uhr
Samstag, 18. Juni, 2011, 14 bis 22 Uhr
Sonntag, 19. Juni, 2011, 14 bis 19 Uhr
48 Stunden Neukölln in den toiletten 27: 17. - 19. Juni 2011
>>toiletten 27
48 Stunden Neukölln im Rollbergatelier KiRK: 17. - 19. Juni 2011
>> KiRK
Finissage: Sonntag, 3. Juli 2011, 19.30 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie
spuren und sichten
16. Apri bis 22. Mai 2011
Jeongmoon Choi · Jinran Kim · Yune-Ji Kim · Sae Bom Lee · SOOKI
Im vergangenen Jahr präsentierte der kunstraum t27 die Ergebnisse des 2. Kim
Whan Ki International Art Festivals auf der Insel Anjwa, welche von einer
Begegnung südkoreanischer und Berliner Künstler zeugten. Die Ausstellung
„spuren und sichten“ will nun den Fokus auf in Berlin lebende
südkoreanische Künstlerinnen lenken, die aus der Erfahrung verschiedener
Traditionen, Vorstellungen und Konzepte eine eigene Sprache entwickelt haben.
Ihre Betrachtungen von Lebensräumen in Auseinandersetzung mit Behausung und
Natur soll hierbei thematischer Schwerpunkt sein.
Jeongmoon Choi löst Gegenstände durch Material- und Formveränderung aus dem gewohnten Sinnzusammenhang heraus und erzeugt damit neue Möglichkeiten körperlicher und bildhafter Erfahrung. In der Arbeit „Stiller Klang“ nutzt sie Wollfäden als Pendant zur Farbpalette und zeichnet mit Ornamenten die Formen traditionell koreanischer Häuser nach. Der strengen und abstrakten Linienführung begegnet ein Material mit warmer und sanfter Qualität, reich an taktilen Eigenschaften.
Jinran Kim beschäftigt sich mit den Themen Identität und Erinnerung. In ihrer Objektserie „Last Matress“ porträtiert sie bekannte koreanische Persönlichkeiten über die Nachbildung ihrer letzten Matratze, welche die Körperflüssigkeiten ihrer Besitzer über Jahre aufgesogen zu haben scheinen. Intime Körperspuren werden zum Gedächtnisträger eines gelebten Lebens, die Matratze wird zum identitätsstiftenden Ort und wahren Zuhause. .
Yune-Ji Kim räumliche Arbeiten spielen auf der emotionalen und körperlichen Ebene mit den Wahrnehmungen des Betrachters. Aus vier gebogenen Wänden aus Koreapapier beschreibt sie die Form eines Kreises, welcher geöffnet und geschlossen zugleich ist, überall beginnt und endet. Unterstützt wird das Empfinden von Gleichgewicht durch das verwendete Material, welches vergänglich, aber auch stabil, leicht, aber auch fest ist.
Sae Bom Lee bringt eine künstlerische Sensibilität zum Ausdruck, die von einer reichen kulturellen Vergangenheit ebenso geprägt ist wie von einer tief empfundenen Verehrung der Natur, welche für sie Kommen, Dasein und Gehen versinnbildlicht. Sie verknüpft äußere Landschaften mit dem eigenen Inneren, setzt Stein, Pflanze, Tier mit Kraft, Stille, Licht, Schatten, Strenge, Frische zusammen. In der Art, wie die sie die konträren Anteile dosiert und zueinander in Beziehung bringt, verweist sie auf ein Ganzes, das aus Teilen erahnt werden kann.
SOOKI malt Berliner Stadtlandschaften und romantisch anmutende Motive aus der Berliner Umgebung in asiatischer Tuschtechnik auf Koreapapier. Widersprüchlich und konsequent zugleich beschreibt sie aufs Vortrefflichste ihre duale Existenz zwischen asiatischen und europäischen Einflüssen, zwischen Tradition und Moderne.
Vernissage: Freitag, 15. April 2011, 19.30 Uhr
Start der KUNSTLOTTERIE "spuren und sichten"
Konzert: Donnerstag, 5. Mai 2011, 19.30 Uhr
Konzert mit Christian Schantz (Gitarre) und Micha Maas (Schlagzeug)
Lesung: Donnerstag, 12. Mai 2011, 19.30 Uhr
„Heimat in der Ferne“, Lesung von SOOKI
< h>Finissage: Sonntag, 22.Mai 2011, 19.30 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie
Die Ausstellung wird unterstützt vom Kulturamt Neukölln.
bikini
5. März bis 10. April 2011
Michael Bause · Laurence Grave · Detlef Mallwitz
Der Ausstellungstitel „bikini“ – viel Haut und sparsame
Hülle – ist als frech, provokante Analogie zur nonfigurativen Kunst zu
verstehen. In der Ausstellung werden Arbeiten aus den Bereichen Malerei und
Skulptur gezeigt, die ihre Definition und Attraktivität aus dem reduzierten und
daher aufregenden Detail beziehen. Durch die bewusst pointierte
Gestaltungsweise der einnehmend großen Kunstwerke, werden die
„Haut“ der Leinwand, der Farbraum und der Raumkörper der Skulptur
lustvoll erfahrbar.
Michael Bause analysiert und filtert in seinen Gemälden die verführerischen Farbklänge und Strukturen der Abbildungen von Illustrierten, um sie schließlich in seine Bilderwelt zu transponieren. Gestalterisch zusammengefügt findet sich eine, wie mit leichter Hand gegossene und doch komplizierte Farblache gemeinsam mit transparenten Ovalen zu einer neuen malerischen Realität. Im Auge des Betrachters entsteht eine spannungsreiche gallertartige Bewegung und die suggestive Kraft der Farbe wird fühlbar.
www.oqbo.de/bild/michael_bause.php
Laurence Grave arbeitet in ihren Gemälden die spezifische und subtile Intensität „unbunter“ Farben heraus. Sensibel schafft sie mit nahe beieinander liegenden Farbtönen lebhafte Kontraste. Auf den überwiegend monochromen Farbgründen lässt sie mit nur wenigen Pinselstrichen „Figuren", wie sie ihre freien Formen nennt, entstehen. Die ambivalente Spannung zwischen einer Farbfläche, die figurativ sein könnte, und dem rein abstrakten Farbraum, lässt die "Figur" wie in gesteigerter Einsamkeit und Stille wirken. .
Detlef Mallwitz entwickelt in seiner Arbeit Gesetzmäßigkeiten und Wege, die Gesetze künstlerisch zum „Laufen“ zu bringen. Aus Freude am Forschen entstehen die gezeigten Skulpturen u. a. durch Schnittfolgen und labyrinthische Übertragung. Seinem Denkmodell folgend, sucht er Gegensätze in einem gemeinsamen Zyklus miteinander zu vereinen und das Gleichgewicht durch Bewegung auszutarieren. In seinen Stahl-Skulpturen bringt er die Essenz seiner Gedanken auf das Wesentliche und schafft großen Raum mit reduzierten Mitteln.
www.detlef-mallwitz.de
Vernissage: Freitag, 04. März 2011, 19.30 Uhr
Start der KUNSTLOTTERIE "bikini"
Künstlergespräch: Donnerstag, 17. März 2011, 19.30 Uhr
Künstlergespräch
Künstlerfilmvortrag: Donnerstag, 24. März 2011, 19.30 Uhr
Künstlerfilmvortrag von Detlef Mallwitz
Finissage: Sonntag, 10. April 2011, 16.00 Uhr
Finissage mit Auslosung der Kunstlotterie "bikini"
minimus maximus
22. Januar bis 27. Februar 2011
Joachim Griess, Karl Menzen, Gabriele Schade-Hasenberg
Die kommende Ausstellung widmet sich dem Bereich minimaler, monochromer und
abstrakter Ausdrucksformen in Zeichnung, Skulptur und Malerei. So sind die hier
versammelten Positionen nicht an naturalistischer Abbildung von Wirklichkeit
interessiert, sondern begreifen und untersuchen Zeichen, Zeichencluster, Farbe
und Formen als eigenständige ästhetische Bilder und Objekte. Gemäß dem Credo,
dass nichts konkreter, nichts wirklicher sei als eine Linie, eine Farbe oder
eine Fläche, suchen sie nach absoluter Klarheit in möglichster Einfachheit.
Joachim Griess’ Zeichnungen leben von rhythmischer Repetition, klarem Bildplan und Strukturwechsel. Einfarbig deckender Auftrag von Ölpastell kontrastiert mit feinen, dicht gezogenen Bleistiftgeraden. Es entstehen seriell und modular angeordnete Farb- und Flächenkombinationen, welche innerhalb einer strengen Horizontal-Vertikal-Gliederung leise und kontemplativ variieren.
www.joachimgriess.de
Der Metallbildhauer Karl Menzen zeigt dreidimensionale Stahlskulpturen, die konsequent aus der Fläche entwickelt werden. Durch wenige Einschnitte und ein anschließendes Verdrehen der Teilflächen entsteht ein komplexes Raumgefüge, das im Spiel von Materialität und Leerraum, Licht und Schatten eine poetische Kraft entwickelt. .
www.karl-menzen.de
www.sender-fn.de/tag/karl-menzen
Bei Gabriele Schade-Hasenberg ist die Farbe zugleich Form, Mittel und Inhalt der Malerei. Ihre Bilder entstehen absichtslos aus einer Stimmung oder einer sensibilisierten Wahrnehmung heraus. Zahllose Überlagerungen dünner, homogener Farbschichten und der differenzierte Einsatz von Farbwert und –konsistenz kennzeichnen ihren Umgang mit Farbe als Material und das Erstellen von Bildern als direkte Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit.
www.farbmalerei.com/Schade-Hasenberg.html
Vernissage: Freitag, 21. Januar 2011, 19.30 Uhr
Start der KUNSTLOTTERIE "minimus maximus"
Lesung: Donnerstag, 3. Februar 2011, 19.30 Uhr
„Konkrete Poesie“, vorgetragen von GunnarHermann
Finissage: Sonntag, 27. Februar 2011, 19.30 Uhr
Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie
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